Starkregenmengen sicher vom Flachdach entwässern
10.03.2021
Bei plötzlichem Starkregen werden Flachdächer und ihre Entwässerungsanlagen besonders belastet. Der Artikel verrät, wie Sie Dachkonstruktionen und deren Entwässerungsanlagen vor Überlastung schützen können.
Bei plötzlichem Extremregen und Starkregen werden Flachdächer mit ihren Entwässerungsanlagen besonders belastet, vor allem, wenn die anfallenden Wassermengen nicht schnell genug abgeleitet werden können und sich das Regenwasser auf den Dachflächen anstaut.
Was sind Starkregen?
Als Starkregen bezeichnet man große Niederschlagsmengen, die in kurzer Zeit anfallen. Plötzliche Starkregen führen oft zu schnell ansteigenden Wasserständen und zu Überschwemmungen. Der Deutsche Wetterdienst DWD unterscheidet je nach Intensität des Starkregens drei Starkregenformen: * markantes Wetter, * Unwetter und * extremes Unwetter.
Planung und Ausführung der Flachdachentwässerung
Will man Dachkonstruktionen und deren Entwässerungsanlagen bei Starkregen vor Überlastung schützen, muss die Regenentwässerungsanlage so geplant und ausgeführt werden, dass das Wasser selbst bei Starkregen kontrolliert und ohne Rückstau auf dem Dach in der Entwässerungsanlage abgeleitet werden kann. Hierfür gelten die Anforderungen der DIN EN 12053-3 „Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden -Dachentwässerung, Planung und Bemessung“ und der DIN 1986-100 „Entwässerung für Gebäude und Grundstücke“.
Dem Regelwerk zufolge muss jedes Flachdach zusätzlich zur Dachentwässerungsanlage eine ausreichend dimensionierte Notentwässerung besitzen, um einen Dacheinsturz zu vermeiden. Das Dachentwässerungs- und das Notentwässerungssystem müssen gemeinsam mindestens den am Standort des Gebäudes zu erwartenden Jahrhundertregen r (5/100) entwässern können.
Notentwässerung: Notabläufe und Notüberläufe
Die Dachfläche bzw. jeder Tiefpunkt der Dachkonstruktion muss nach DIN 1986-100 eine Notentwässerung über Notabläufe erhalten. Die Notentwässerung darf nicht an die Regenwasserleitung der Dachentwässerung angeschlossen werden, sondern muss das Regenwasser in freiem Auslauf auf schadlos überflutbare Grundstücksflächen ableiten. Das gilt auch dann, wenn mehrere Notabläufe über Rohrleitungen zusammengeschlossen sind und das Regenwasser mit einem gemeinsamen Auslauf aufs Grundstück entwässern.
Als Notabläufe werden Dachabläufe und Attikaabläufe mit eingebauten Wehren oder mit äußeren Stauelementen verwendet, die erst dann anlaufen, wenn die eigentliche Dachentwässerung bei Starkregen überlastet und die für die Notentwässerung festgelegte Stauhöhe erreicht ist. Als Notentwässerung können auch ausreichend dimensionierte Notüberläufe in Form runder oder rechteckiger Öffnungen in der Attika dienen.
Flachdächer in Leichtbauweise wie z. B. Trapezblechdächer brauchen immer eine Notentwässerung. Auch Balkone müssen nach DIN 1986-100 eine Notentwässerung erhalten, wenn sie eine geschlossene Brüstung besitzen.
Auf Notentwässerungen verzichten kann man jedoch bei Dächern in Massivbauweise, bei denen Niederschlagsrückhaltung planmäßig vorgesehen und statisch nachgewiesen ist. So zum Beispiel bei Gründächern, bei denen das Niederschlagswasser durch die Pflanzen sowie die Substrat- und Drainschichten in großen Umfang aufgenommen und erst verzögert an die Dachentwässerung abgegeben wird. Ein anderes Beispiel sind spezielle Retentionsdachabläufe mit Drosselöffnungen, die eine kalkuliert verzögerte Dachentwässerung und dadurch Rückhaltung auf dem Dach ermöglichen.
Sicher entwässern mit Dachabläufen mit RAL-GZ 694
Dach- und Notabläufe mit dem Gütezeichen RAL-GZ 694 können Flachdächer auch bei Starkregen gezielt und sicher entwässern mit Abflussleistungen, die höher liegen als es die Normen fordern.
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